Der “
Goldener Adler” gehört zu den frühesten namentlich bekannten Gasthäusern Brixens (Katasternummer 1). Die ersten Aufzeichnungen gehen auf das Jahr 1500 zurück. Seitdem zählten
Kaiser Max I., Karl V., der f
ranzösische Schriftsteller und Philosoph Michel de Montaigne, Erbprinz Cosimo von Medici, und viele andere zu den Gästen dieses Hauses. Seit 1988 ist das Haus im Besitz von Familie Hermann und Maria Mayr, welche sich entschlossen haben, die langjährige Tradition der Gastfreundschaft wieder aufleben zu lassen. Im Dezember 2000 öffnete das neu renovierte Hotel “Goldener Adler” seine Türen.
Selten können Hotels auf eine so lange Tradition zurückblicken – 500 Jahre, ein
halbes Jahrtausend ständig im Dienste des Gastes...
Jedes Zeitalter schafft etwas für die Menschheit - wichtig ist, dass die Menschheit das Geschaffene erhält. Kleine und große Dinge, Bauten, die von gestern erzählen und trotzdem in die heutige Zeit passen. Im "Goldenen Adler" kann man das Leben längst vergangener Tage spüren und fühlt sich dennoch nicht in altem Gemäuer: Denkmalpflege, historische Bausubstanz und Stil der heutigen Zeit bilden eine harmonische Symbiose.
1500 erste Aufzeichnungen zum Goldenen Adler als Gaststätte. Ulrich Halbegg, Bürgermeister der Stadt Brixen und zwei Jahre später Ruprecht Halbegg, sind die Gastgeber des Hauses zu jener Zeit.
1520 sucht eine
Überschwemmung die Stadt Brixen heim und in den Erinnerungen aus jener Zeit steht geschrieben: "...das Ruepert Halbegg Haus am Gulden Adler hat es halbes über den Haufen geworfen...". Kaiser Max I. zählt zu den Gästen dieses Hauses. Mitsamt seinem Gefolge soll er in der historischen Stätte übernachtet haben. Auch Karl V. soll hier gewesen sein.
Laut der im Jahre 1523 festgelegten Stadtsteuer besteht der "Goldene Adler" der Halbeggs aus 2 Häusern. Aus einem Hausbrief von
1555 geht hervor, dass Juliane Halbegg das mittlerweile aus 3 Behausungen bestehende Gebäude an Augustin Beeseen aus Torbl am Gartsee (Torbole am Gardasee?) verkauft hat und dieser weiter an Hans Kienhuber.
1579 Hans Kienhuber verstirbt jedoch und Melchior Peisser vermählt sich mit der Witwe des Besitzers, mit Marie Kienhuber. Die Peisser stammen vom Peisserhof in Oberau bei Franzensfeste. Ein Zweig davon kam nach Brixen, wo sie bald in die Dienste des fürstbischöflichen Hofes traten.
1580 ist der französische Schriftsteller und Philosoph Michel de Montaigne Gast im Goldenen Adler der Peisser. Er schrieb in seinem Buch "Le voyage en Italie": er habe in Brixen, einer "tres belle ville" (einer sehr schönen Stadt) in einer "bonne auberge" (einer guten Herberge) übernachtet.
1582 haben die Wirtsleute auch die Ehre, das Gefolge des Erzherzogs Ferdinand auf dem Weg nach Parma zu bewirten.
1651 reist die zukünftige Gemahlin des Kaisers Ferdinand III, Eleonora von Mantua, mit einem Gefolge von 800 Personen übers Pustertal nach Wien und Hans Peisser macht diese Eintragung am 31.03.1651 in seinem Kalender.
1659 kehrt der venezianische Gesandte Nani im Hause ein und
1667 beehrt Erbprinz
Cosimo von Medici die Wirtsfamilie Peisser.
Die Peisser behalten die Gaststätte bis ca. 1716. Durch die Tätigkeit am Hof wird die Familie 1716 mit dem Prädikat von und zu Peissenau geadelt und gibt somit das Gastgewerbe auf.
Lauf Hofarchiv ist 1745 Michel Bergmeister Wirt am "Goldenen Adler", eine Urkunde von 1772 deutet auf den Verkauf des Anwesens durch Johann Perkmeister hin.
1757 und 1758 wird Brixen erneut von heftigen
Überschwemmungen heimgesucht und die Adlerbrücke ganz zerstört. Nach dieser Katastrophe wird die Statue mit dem Wasserschutzheiligen Johannes Nepomuk errichtet.
1829 Anna Leichter, verehelichte Schrott, kauft das aus 3 Behausungen zusammengesetzte Gebäude, genannt "Zum Goldenen Adler".
Von 1842 bis 1915 bleibt der Adler ausschließlich im Besitz der Metzgerfamilie Augscheller.
1854 wird beim Bau des Schlachthauses der alte Saal abgebrochen, 1881 wird der neugebaute Saal wiedereröffnet.
1932 kauft laut Grundbuch Rudolf Knoflach, Schweinmetzger in Brixen, den Adler.
1984 veräußert Elsa Knoflach das Haus unter der Bedingung, es ausschließlich an die Familie Mayr abzutreten, da sie es dort in guten Händen weiß: Gastwirte aus Leidenschaft mit Respekt vor Geschichte und Tradition.
ab 1988
Seit dem Jahr 1988 ist das Haus im Besitz von
Familie Hermann und Maria Mayr, die die langjährige Tradition der Gastfreundschaft wieder aufleben lassen. Im Dezember 2000 öffnete das neu renovierte Hotel "Goldener Adler" seine Türen. Heute glänzt das Haus mit
30 stilvollen Zimmern mit modernem Komfort und wird wahrscheinlich auch in Zukunft bedeutende Geschichte schreiben.